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Meile der Religionen 2007

Überaus positiv fällt die Bilanz der ersten Mannheimer ?Meile der Religionen? aus. Am 16. Mai haben dazu Juden, Christen und Muslime in die Mannheimer City eingeladen, um dort bei kulinarischen Genüssen der verschiedenen Kulturen ein Begegnungsfest zu feiern. Das Referat Arbeitnehmerpastoral und die KAB-Mannheim beteiligten sich am 16. Mai an der "Meile der Religionen" mit drei bewirteten Tischen vor der Kirche St. Sebastian. Da das Referat ANP und die KAB einige der wenigen Stände waren, die sich vom Regen nicht abhielten ließen, ihre Speisen und Getränke im Freien anzubieten, war der Zuspruch so groß, dass bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Ende der Begegnung, Essen und Trinken vergriffen waren. Hilde Maringer, die zusammen mit Ulf Bergemann die Teilnahme organisierte sagte: "Wenn schönes Wetter gewesen wäre, hätten wir dem Ansturm nicht standhalten können". "Trotz des Regens", so Bergemann, "seien intensive Gespräche möglich gewesen". Im nächsten Jahr soll es eine Wiederholung geben - und KAB und ANP wollen wieder dabei sein. Trotz schlechten Wetters kamen am Abend dort nach Schätzungen der Veranstalter letztlich mehr als 3000 Menschen zusammen. Es waren nicht nur Mannheimer, sondern Menschen aus Heidelberg, Ludwigshafen und der weiteren Region, die von diesem bisher bundesweit einmaligen interreligiösen Projekt angelockt wurden. Geplant war, dass die Besucher an einer langen Tafel entlang der so genannten ?Alten Kirchenstraße? zwischen den Quadraten R2 und F3 bewirtet werden. Diesen Plan hat das Wetter den Organisatoren aber gründlich verregnet. An einigen Stellen wurde das Essen zwar an den vorgesehenen Tischen unter freiem Himmel ausgegeben. Die Begegnung und auch das gemeinsame Essen fanden aber meist in den Gemeindezentren der katholischen Kirche St. Sebastian, der Jüdischen Gemeinde und in der Konkordienkirche statt. Hier herrschte jeweils drangvolle Enge Reich gedeckt waren die Tische ? die Auswahl reichte von Bratwürsten mit Kartoffelsalat bis zu Lahmacun, von Marmorkuchen und Obstsalat bis zu türkischem Zuckergebäck. Beim Kennenlernen und Verkosten der Speisen kam man sich leicht näher ? Thema Nummer eins war natürlich das Wetter, dann aber auch die jeweiligen kulturellen und religiösen Eigenheiten oder - das Leben in der Stadt Mannheim. ?Mein Eindruck ist, dass gerade der Regen die Leute noch mehr zusammengeführt hat, weil man mehr unterwegs war, gemeinsam ein trockenes Plätzchen gesucht hat oder einfach öfter die Lokalität wechselte?, schildert der katholische Stadtdekan Karl Jung seinen Eindruck. Bemerkenswert sei die gute Atmosphäre gewesen, trotz des trüben Wetters. Großes Interesse fanden die jeweiligen Gotteshäuser, in denen Führungen angeboten wurden und Fachkundige Rede und Antwort standen, hier insbesondere die Synagoge und die Sultan-Selim-Moschee. Berührungsängste gab es dabei offensichtlich wenige, Jung und Alt saßen beisammen, Ordensfrauen in der klassischen Ordenstracht unterhielten sich mit Türkinnen mit Kopftuch. Im Altarraum der evangelischen Konkordienkirche gaben die Aktiven der bosnischen muslimischen Gemeinde ihre Spezialitäten aus. Den Weg in die Synagoge fanden muslimische Männer, ein gestandener Mannheimer musste zugeben: ?Ich war jetzt zum ersten Mal in meinem Leben in einer Synagoge ? ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal ein jüdisches Gotteshaus betreten würde?. Während hier aber alle Männer zum Tragen der Kippa, der Kopfbedeckung, aufgefordert waren, hieß es in St. Sebastian freundlich: ?Bitte nehmen Sie in unserem Gotteshaus Ihre Kopfbedeckung ab.? Auch in der katholischen Kirche waren immer wieder junge Türken anzutreffen, die der ungewohnten Orgelmusik am frühen Abend lauschten. ?Allen Beteiligten ist der Blick auf das Gemeinsame wichtiger als das Starren auf die Unterschiede, die es zweifellos auch gibt?, sagte der evangelische Dekan Günter Eitenmüller in seiner Begrüßung. Es gebe kein stärkeres Symbol für das ?Erleben von Verbundenheit unter uns Menschen? als an einem Tisch miteinander zu essen. Eröffnet und beschlossen wurde die Meile mit Gebeten der jeweiligen Religionen, wobei das jüdische auch in hebräisch, das islamische in arabischer Sprache gesprochen wurde. Lob für die Meile der Religionen gab es vom Mannheimer Stadtoberhaupt Gerhard Widder, der ? wie weitere Politiker und die drei OB-Kandidaten Kurz, Wellenreuther und Raufelder ? die Gemeindezentren besuchte und für eine Wiederauflage warb. ?Das war eine beeindruckende Veranstaltung, das muss zu einer Tradition werden.? Dekan Jung sagte im Schlusswort auf dem Marktplatz unter Beifall zu, dass die Vorbereitungsgruppe an einem neuen Termin arbeiten wird. ?Und ich glaube, Lust und Freude an einer Wiederholung sind in unserer Gruppe sehr groß.? (pressestelle/kab)

 

Die Bilder


Eröffnungsfeier am Stand der KAB/ANP
 

Trotz des Regens konnte die gute Laune nicht getrübt werden.
 

Vertreter der jüdischen und der islamischen Gemeinde eröffneten gemeinsam mit den Dekanen das Fest des Glaubens.
 

...arabischer und hebräischer Sprache.
 

Die Besucher ließen sich trotzdem nicht abhalten, den KAB-Wein zu kosten.
 
 

Reinhard, Bruno und Hilde hoffen noch....
 

Dekan Jung (2.v.l.) und DEkan Eitenmüller begrüßten die ca. 2000 Besucher der Meile.
 

Eröffnungsgebet in deutscher Sprache....
 

Trotz Schirm...nass wie die Katzen....
 

Selbstgemachtes aus dem Hause Maringer (Hilde links, Ulf rechts).
 

 

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