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Partnerschaft ist mehr als Umarmen und Spenden

Begegnungen mit der MTC Peru ? Lumpenglöckle läutet jetzt im Andenland

 

Datum:

 

22. September 2009

 

Neckar-Odenwald-Kreis. (kos) Für Sabine Müller, Tochter der Binauer ?Perufamilie? Müller, bereitet das Dolmetschen in Spanisch kaum Probleme, da sie ja selbst im Andenland Peru als ehrenamtliche Sozialarbeiterin tätig war. Jetzt kam sie aber beim Besuch einer Delegation der peruanischen MTC, einer Partnerorganisation der KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) im Neckar-Odenwald-Kreis doch gehörig ins Schwitzen. In keinem Wörterbuch ist schließlich das ?Lumpenglöckle? oder der ?Kiwwelschisser? zu finden.

Doch der Reihe nach: Zwei Tage lang waren fünf Mitglieder der MTC Gäste der KAB im Neckar-Odenwald-Kreis. Sie waren Anfang September in die Erzdiözese Freiburg gekommen, um dort mit ihren deutschen Freunden von der KAB das 20-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen den beiden Bewegungen zu feiern, an einem Partnerschafts-Kongress teilzunehmen und anschließend die KAB-Gruppen vom Bodensee bis zum Main kennen zu lernen.

Der Neckar-Odenwald-Kreis war die vorletzte Station dieser sehr intensiven Rundreise durch Baden.. Begrüßt wurden die Peruaner zunächst in den Johannes-Anstalten Mosbach, wo Pfarrer Lallathin deren soziale und wirtschaftliche Bedeutung vorstellte und die Motivation der Mitarbeiter so zusammenfasste: ?Im Umgang mit den Behinderten erfahren wir das wahre Leben.?

Davon konnten sich die Peruaner beim anschließenden Rundgang durch die Mosbacher Werkstätten selbst ein Bild verschaffen, geführt von Roland Fogel, Leiter des Sozialdienstes und zuständig für die Besucher-Betreuung.

Nach einer kurzen Visite im Eine-Welt-Laden empfing Bürgermeister Keilbach die Delegation im Mosbacher Rathaus, stellte die Stadt, ihre Geschichte und heutige Bedeutung vor und überreichte zusammen mit den dazu passenden Erläuterungen das oben angesprochene Lumpenglöckle, das der Präsident der MTC bei künftigen Nationaltreffen ertönen lassen wird. Seitens der Mosbacher KAB wurde bei dem Empfang auch angeregt, eine kommunale Partnerschaft mit Zurite oder Urubamba in die Wege zu leiten.

Dann staunten die Peruaner über die schöne Fachwerkstadt, welche ihnen Horst Uhl fachkundig erläuterte. Dazu gehörte auch ein Besuch beim Kiwwelschisser-Brunnen. Höhepunkt des Besuchsprogramms war dann ein ?Abend der Begegnung?, zu dem KAB-Bezirksvorsitzender Manfred Bulling im Pirminsaal von St. Josef neben den Peruanern etwa 25 Peru-Freunde begrüßen konnte. Mit einer Powerpoint-Präsentation erläuterte dabei Segundo Franco, der National-Präsident der MTC Peru , die Motive und Ziele der Partnerschaft. ?Wir versuchen, die Worte Jesu in das Leben umzusetzen, indem wir Solidarität leben und verbreiten.? Für die künftige Arbeit gehe es vor allem um spirituelle Begleitung, den Ausbau der Bewegung, den Aufbau einer glaubwürdigen Kirche und intensivere Kontakte mit der KAB.

Klaus Roos erinnerte an die erste Begegnung mit der MTC im Jahr 1988 und die authentischen Zeugnisse der Peruaner, welche damals das Feuer der Begeisterung für die Partnerschaftsarbeit entfacht hätten. Die Worte von Nationalpräses Jorge Alvarez seien noch heute programmatisch: ?Partnerschaft bedeutet mehr als Umarmung und Spenden. Sie erfordert gegenseitiges Lernen.? Roos bedauerte, dass diese Botschaft auch innerhalb der KAB immer weniger Anhänger finde.

Ludwig Müller stellte dann die Projekt-Arbeit der KAB vor und zeigte Bilder vom Besuch im Jahr 2005. Dann gab es die Abschiedsgeschenke: eine von F. Eckert zusammen gesellte Collage über das romantische Neckartal, eine CD über das Zwingenberger Schloss, welches die Gäste besuchten, und die KAB-Kerze mit dem Partnerschafts-Motto ?Teilen und beteiligen?.

Das weitere Besuchsprogramm führte die Gäste noch nach Heidelberg und dann ins Heinrich-Pesch-Haus nach Ludwigshafen. Dort nahmen sie vor ihrem Rückflug nach Peru an einem diözesanen Treffen der KAB teil. Beim Zusammentreffen mit dem Internationalen Ausschuss der KAB wurden das Besuchsprogramm reflektiert und wichtige Vorhaben für die künftige Zusammenarbeit festgehalten.

 

Weiterführende Informationen
Peru-Bericht Konradsblatt 2009

 

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