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In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Dr. Bernhard Vogel (CDU) und Prof. em. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ. beim Kurpfälzer Dialog

 

Datum:

 

21. Oktober 2009

 

Der ?Kurpfälzer Dialog?, den die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Kooperation mit dem Referat Arbeitnehmerseelsorge in Mannheim durchführt, ist längst zu einer Einrichtung geworden, bei dem Persönlichkeiten aus der Region Themen diskutieren, die auf den Nägel brennen.

So lud die KAB am Dienstag, den 20. Oktober, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Thüringen Dr. Bernhard Vogel (CDU) und Jesuitenpater Dr. Friedhelm Hengsbach zur Dialogrunde zum Thema ?Christen gestalten Politik ? Auswege aus der Finanz- und Wirtschaftskrise?? nach St. Konrad in Mannheim-Casterfeld ein.

Friedhelm Hengsbach erläuterte in seinem Eröffnungsstatement die Felder in Staat und Gesellschaft, in denen Christen, angefangen in der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik mit gestalteten und so die katholische Soziallehre Einfluss auf politische Entscheidungen nahm. Wenn auch anfänglich eine strikte konfessionelle Trennung in den unterschiedlichen Volksparteien bestand, so haben sich diese heute verwischt.

Dr. Bernhard Vogel betonte, dass Katholiken lange gebraucht hätten, um sich zur Demokratie zu bekennen, noch in der Weimarer Zeit sei nicht selten von den Kanzeln der Monarchie nachgetrauert worden. Nach dem II. Weltkrieg seien die politischen Volksparteien die ersten ökumenischen Bewegungen gewesen, weil sich Christen unterschiedlicher Konfessionen dort engagierten.

Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sieht Hengsbach heute wieder vermehrt den Ruf nach dem Staat, gerade von jenen, die vor der Krise jegliche staatliche Einmischung ablehnten. Zuvor konnte nicht genug dereguliert werden bei den Sozialsystemen, auf dem Arbeitsmarkt und in der Finanzbranche, was seiner Meinung nach auch zur Schieflage und Krise geführt habe.

Vogel führte aus, dass der Staat zu Beginn der Krise im vergangenen Jahr richtig und schnell gehandelt habe und Deutschland viel besser aus der Krise hervorgehen werde wie z.B. Großbritanien oder die USA, weil dort zögerlich gehandelt wurde. Hier lobte der CDU-Mann ausdrücklich die große Koalition in Berlin.

In der neuen Sozialenzyklika ?Caritas in Veritate? sieht Vogel wichtige Impulse für eine zukünftige globalisierte Welt: die Forderung nach einer ?Weltautorität?, die der Papst in seinem Schreiben formuliert, sei eine wichtige und notwendige Institution, damit alle Staaten sich an die gleichen Spielregeln halten und das Gemeinwohl der Weltbevölkerung im Auge behalten bliebe.

Auch Hengsbach, der in seinen ersten Stellungnahmen zur Sozialenzyklika des Papstes wenig Gutes an ihr ließ, sieht hierin mittlerweile einige gute Impulse, auch wenn sie über viele Seiten des Lehrschreibens verstreut seien.

?Hilfe zur Selbsthilfe?, sowie ?Solidarität und Subsidiarität?, darin waren sich beide einig, müssten vermehrt in die Entwicklungshilfe fließen, nicht dass der reiche Norden dadurch in erster Linie neue Märkte erschließen wolle, sondern den Menschen eine Lebensgrundlage ermögliche.

Die mit ca. 70 Besuchern gut besuchte Veranstaltung wurde mit Fragen aus dem Publikum abgerundet und zeigte deutlich, dass die Angst vor sozialem Abstieg und die gleich Bildungschancen für alle Kinder ein besonderes Anliegen war.

 

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