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Den Mensch in den Mittelpunkt stellen

KAB traf sich mit der Europaabgeordneten Franziska Brantner (Grüne)

 

Datum:

 

21. Februar 2010

 

Mannheim 21. Februar 2010. Wer hätte das noch vor wenigen Jahren gedacht? Die Schnittmengen zwischen Katholischer Arbeiternehmer-Bewegung (KAB) und den Grünen sind riesengroß. Wer daran den kleinsten Zweifel hegte, der hätte beim Treffen des KAB-Bezirksvorstandes Mannheim unter der Leitung der Bezirksvorsitzenden Hildegard Graf und dem stellvertretenden Vorsitzenden Bruno Dörr, sowie dem KAB-Diözesansekretär Ulf Bergemann und KAB-Präses Burghard Weghaus SJ. mit der Europaabgeordneten Franziska Brantner Mäuschen sein sollen. Einigkeit herrschte da nämlich sowohl darin, dass der „Casino-Kapitalismus“ fatal für Mensch und Umwelt ist, wie auch darin, dass endlich offen diskutiert werden muss, ob Wachstum an sich sinnvoll ist.

Keine Frage, sowohl die um die sozialen Fragen besorgten Katholiken wie die junge Parlamentarierin, die in Brüssel und Straßburg im Außen-, Haushalts- und Frauenausschuss sitzt, plädieren für Mindestlöhne, für eine Offensive bei der Ausbildung und für klare Spielregeln der Finanzmärkte. Nicht ohne Grund wurde 2010 zum Europäischen Jahr der Armutsbekämpfung ausgerufen. Denn, dass immer mehr Kinder in armen Verhältnissen aufwachsen und große Anteile der jungen Generation ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbstständig verdienen können, ist in vielen Teilen der Staatengemeinschaft bittere Realität geworden. Obwohl noch vor wenigen Monaten vehement gefordert, bröckelt bei vielen nationalen Regierungen die Entschlossenheit zu einer europäischen Finanzaufsicht schon wieder beträchtlich. „Dabei ist Griechenland nur der Anfang“, machte Franziska Brantner bei ihrem Besuch in den Mannheimer Quadraten sich und den anderen nichts vor. Spanien sei nahezu ebenso gefährdet, Irland nicht weit davon entfernt. Es sei nur logisch, dass Länder, die eine gemeinsame Währung wie den Euro haben, auch eine gemeinsame „Wirtschaftspolitik“ anstreben. Aber vor allem bei den Deutschen gebe es bei diesem Thema ganz gewaltige Berührungsängste. Allerdings, so die 30-jährige gebürtige Südbadenerin, sei sie ganz optimistisch, dass letztlich doch die Vernunft obsiegt. „Auch wenn die alten Mechanismen beim ersten kleinen Aufschwung schon wieder greifen“. Nach der Wirtschaftskrise kommt die Soziale, darin waren sich alle im Nell-Breuning-Saal einig. Grundfehler sei gewesen, dass der Zusammenhang von Realproduktion und zirkulierender Geldmasse nahezu völlig entkoppelt worden sei. Dem gelte es, Einhalt zu gebieten und endlich wieder den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Wachstum um jeden Preis sei weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll.

 

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