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„Wir haben unseren Platz an der Seite der Schwachen in Gesellschaft und Kirche“

KAB-Diözesanverbandstag in Tauberbischofsheim

 

Datum:

 

20. Juni 2010

 

Tauberbischofsheim/Freiburg, 20. Juni 2010. Der scheidende Diözesanverbandspräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Freiburg (KAB), Geistlicher Rat Klaus Frey, brachte es in einem seiner Wortbeiträge auf den Punkt: „Die KAB hat eine eindeutige Standortbestimmung: Wir haben unseren Platz an der Seite der Schwachen in Gesellschaft und Kirche. Wir werden dafür nicht immer geliebt, aber als Christen können und wollen wir nichts anderes als Anwalt der Menschen zu sein, deren Rechte in Staat, Gesellschaft und Arbeitswelt mit Füßen getreten werden.“

Die KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) lud am vergangenen Wochenende über 150 Delegierte aus der gesamten Erzdiözese zum Diözesanverbandstag unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich – Fair teilen statt Sozial Spalten“ nach Tauberbischofsheim ein.

Wechsel in der Vorstandschaft

Der Diözesanverbandstag stand besonders im Zeichen eines Wechsels in der Vorstandschaft. Nach 25-jähriger Tätigkeit kandidierte der Geistliche Rat Klaus Frey nicht mehr als Diözesanverbandspräses. Nachfolger für Frey wurde der Ortenauer Pfarrer Friedbert Böser, der mit einem einstimmigen Votum zum neuen Präses gewählt wurde. Auch bei dem stellvertretendem Vorsitzenden gab es einen Personalwechsel. Der Freudenberger Peter Klement wurde mit zweidrittel Mehrheit als neuer Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder, Maria Baur und Herbert Schweizer (Vorsitzende), Brigitta Welle (stellvertretende Vorsitzende) und Gerlinde Uhl (Kassiererin) wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Fair teilen statt Sozial Spalten

In dem Leitantrag des Diözesanverbandstages wurde erneut die Verantwortung der Reichen und Starken unserer Gesellschaft und weltweit für die Armen und Benachteiligten hervorgehoben. Die KAB möchte in den nächsten vier Jahren gerade in dieser Frage wichtige Impulse und Anregungen in Gesellschaft und Kirche geben. So sprach sich der Diözesanverbandstag in Anträgen für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer oder die Wiedereinführung der paritätischen Versicherung im Gesundheitssystem aus und erteilte dem Regierungsvorhaben nach Einführung einer einheitlichen Gesundheitsprämie eine eindeutige Absage.

Dank an Klaus Frey.

Nach 25 Jahren als Präses der KAB-Freiburg trat Klaus Frey nicht mehr für dieses Amt an. Der Abschied und der Dank an Klaus Frey wurde mit viel Lob von den KAB-Frauen und Männern gewürdigt. Er prägte die KAB in den letzten Jahrzehnten wie kein anderer. Er war als Leiter der Arbeitnehmerseelsorge in der Erzdiözese immer Sprachrohr für die Schwachen und Benachteiligten, stand vor den Werkstoren und erhob die Stimme, wenn Arbeitnehmerrechte verletzt wurden. Die Delegierten ernannten Frey zum Ehrenpräses der KAB und hoffen natürlich so, noch viele weitere Impulse für Ihre Arbeit zu erhalten. Bei einem Abend der Begegnung wurden viele Wegstationen des Präses gezeigt und es wurde dem scheidenden Präses mit einem besonderen Gruß aus dem Vatikan gedankt.

Festredner DGB-Landesvorsitzender Landgraf

Abschluss und Höhepunkt des Diözesanverbandstages war der Festgottesdienst am Sonntag mit Domkapitular Möhrle in der St. Martins-Kirche. Der Festprediger machte deutlich, dass die Veränderungen in der Gesellschaft auch veränderte Antworten in der Kirche notwendig machten. Es gehe um eine Standortbestimmung von Kirche und KAB, um daraus dann die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Nach dem Gottesdienst ging es mit einem Spielmannszug zurück durch die Fußgängerzone von Tauberbischofsheim mit Fahnen, Bannern und Transparenten zur Stadthalle. Dort sprach als Hauptredner der neue DGB-Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf. Landgraf, der selbst praktizierender Katholik und KAB-Mitglied ist, betonte die Gemeinsamkeiten von KAB und DGB und machte deutlich, dass es nötiger ist denn je, für gemeinsame Ziele einzutreten. Gerade das aktuell geplante Sparpaket der Bundesregierung zeige, dass abermals nur die Schwachen für die Fehler der Reichen zahlen sollen. Finanz- und Wirtschaftskrise haben ihre Ursache in dem Kasinokapitalismus der letzten Jahre und diese Zocker müssten auch zur Rechenschaft gezogen werden. Zum Schluss seiner Ansprache hatte Landgraf noch eine Überraschung bereit: Er zeichnete Klaus Frey mit der höchsten Auszeichnung des DGBs aus, der Hans-Böckler- Medaille. Diese Auszeichnung ist die höchste Anerkennung der Arbeitnehmerbewegung in Deutschland, die das Lebenswerk von Klaus Frey auszeichnet.

Mit vielen bewegenden Eindrücken fuhren die TeilnehmerInnen des Diözesanverbandstages der KAB am Nachmittag wieder in ihre Bezirke, gestärkt durch die Gemeinschaftserfahrung, einer starken Bewegung anzugehören, die ihren Platz in der Mitte von Gesellschaft und Kirche hat.

 

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