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Oberhausener KAB-Ortsvorsitzende Monika Becker nach über 40 Jahren verabschiedet

Ein Urgestein aus Oberhausen übergibt das Zepter an jüngere

 

Datum:

 

14. Februar 2011

 

Als Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) will die KAB Gesellschaft aus dem Geist des Evangeliums und der katholischen Soziallehre mitgestalten. Wie dies vor Ort gelingen kann, wurde bei der Feier deutlich, mit der die KAB Oberhausen Monika Becker verabschiedete. Denn auf ihre ganz eigene Art und Weise hat Monika Becker in den mehr als vierzig Jahren ihrer Tätigkeit als Ortsvorsitzende das Anliegen der KAB lebendig werden lassen. Dies zeigte ein Blick auf die über 50 Anwesenden aus kirchlichen und gesellschaftlichen Gruppen, die nach dem gemeinsamen von der Gruppe Wegzeichen umrahmten Gottesdienst, ins Pfarrheim St. Martin gekommen waren, um mit ihr zu feiern.

So konnte Monika Becker in ihrer Eröffnung neben dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Florian Häfele und anderen Vertretern kirchlicher Gruppen auch Bürgermeister Martin Büchner sowie Vertreter aller Fraktionen des Gemeinderates sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden begrüßen. Mit dem Bibelwort „alles hat seine Zeit“ erklärte sie, dass für sie nun die Zeit gekommen sei, sich aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen aus der aktiven Vorstandsarbeit zurückzuziehen. Sie sei dankbar für die Zeit, in der sie mit vielen Weggefährten etwas für die Menschen am Rande der Gesellschaft bewegen konnte.

Den Reigen der Grußworte eröffnete Bürgermeister Martin Büchner, der das soziale Engagement der KAB, insbesondere in der Arbeit mit behinderten Menschen würdigte. Außerdem zeigte er am Beispiel der Frauentagungen, wie die KAB Menschen dazu ermutigen will, Verantwortung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu übernehmen. Wie aktuell dies sei, mache gerade die gegenwärtige Diskussion um die Frauenquote deutlich.

Der langjährige Diözesanpräses und jetzige Ehrenpräses des KAB-Diözesanverbandes Freiburg Klaus Frey würdigte in seiner Laudatio vor allem Monika Beckers Einsatz im Diözesanverband, wo sie lange Jahre das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden inne hatte. In dieser Zeit habe er sie vor allem als Anwältin der KAB Basis schätzen gelernt. „Sie hat immer genau hingehört und hingespürt habe, wo wir als KAB gefordert sind.“

Wie sich dies im konkreten Handeln vor Ort zeigte, wurde in dem Beitrag des Bezirksvorstandes der KAB Bruchsal deutlich. Ausgehend von dem Motto „Brot und Rosen“ gaben der Bezirksvorsitzende Bruno Schilling und die stellvertretende Bezirksvorsitzende Jutta Weinmann einen Einblick in das Wirken von Monika Becker.

Sie erinnerten daran, wie die KAB Oberhausen sich in den 70ger für den Erhalt der Arbeitsplätze bei WISI in Oberhausen und bei Siemens in Bruchsal eingesetzt hatte. Im kommunalpolitischen Raum war die KAB Oberhausen unter Monika Beckers Vorsitz von Anfang an mit dabei, als das Seniorenheim und die heilpädagogischen Wohnstätten gebaut wurden. Für Monika Becker gehörte es aber auch klar zum Auftrag der KAB, durch Besuche im Seniorenheim und Veranstaltungen, wie etwa dem Fest für Behinderte und Nichtbehinderte oder den Ausflügen mit den psychisch Kranken vom Club 74 der Caritas Bruchsal den Menschen auf der Schattenseite ein wenig Licht und Hoffnung zu bringen.

Ihr war es auch immer wichtig, die sozialpolitischen Herausforderungen zum Thema in Oberhausen zu machen und so die Menschen zu sensibilisieren, damit sie sich in Politik und Gesellschaft für gerechte Lebenschancen einsetzen. Arbeitslosigkeit und Armut waren für sie nicht nur Themen bei Vortragsabenden. Vielmehr bemühte sie sich um ganz konkrete Hilfen für Betroffene und unterstützte durch die KAB Initiativen und Projekte. Dies wurde dann auch in den weiteren Grußworten deutlich. Otto Fischer vom „Konvoi der Hoffnung“ bedankte sich für die Unterstützung seiner Arbeit durch die KAB. Im Namen der Kolpingsfamilie verwies Dieter Machauer auf viele gemeinsame Veranstaltungen. Tatjana Lindemann von der Frauenunion erwähnte die gute Zusammenarbeit bei Themenabenden. Für den VdK überbrachte Herr Köhler einen Gruß und erinnerte an viele gelungene Kooperationen. Michael Roth vom heilpädagogischen Wohnheim erzählte in seinem Grußwort, dass Monika Becker als eine der ersten aus Oberhausen mit konkreten Ideen und Vorschlägen auf ihn zugekommen sei.Für die Moscheegemeinde in Wiesental überbrachte die Dialogbeauftragte Derya Sahan ein Grußwort. „Du bist mir als engagierte Frau ein großes Vorbild“, meinte sie. „Du hast ein großes Herz, in dem alle, auch wir, einen Platz gefunden haben.“ Das gemeinsame Friedensgebet von KAB, ökumenischem Friedensgebetskreis und Moschee sei einmalig in der Bundesrepublik. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Born sah in Monika Becker eine „Brückenbauerin“, die über die Parteigrenzen hinweg Menschen zum Dienst an einer Sache zusammenführen konnte.

Dass Monika Becker auch über die Ortsgrenzen hinaus geschätzt wird, zeigte, dass nicht nur KAB-Vertreter aus den umliegenden Orten, sondern auch der gesamte Bezirksvorstand sowie Diözesanvorsitzende Maria Baur und Diözesanpräses Friedbert Böser es sich nicht nehmen ließen, mit ihrer Monika zu feiern.

Zum Abschluss des Abends ehrte Monika Becker in einer letzten Amtshandlung Inge Körting für 25 Jahre Mitgliedschaft. Danach bedankte sie sich bei allen, die an der Feier mitgewirkt hatten, insbesondere auch bei Rosemarie Pöschl, die durch das Programm führte, und bei Simon Hartkorn und Margarete Bier, die mit ihren musikalischen Darbietungen den Abend bereicherten. Vor allem aber galt ihr Dank den Mitgliedern der Ortsgruppe: „Ich bin voller Zuversicht, wenn ich an unsere Frauen und an unser Team denke. Denn all die Jahre schon waren sie da, wenn sie gebraucht wurden, zuverlässig und kompetent. Mit Gottes Hilfe wird es weitergehen in der KAB Oberhausen.“

Jutta Weinmann

 

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