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KAB Bergstraße spricht sich gegen neoliberale Tendenzen aus - Mitgliederwerbung wichtig für das Überleben

Bezirksverbandstag der KAB-Bergstraße

 

Datum:

 

25. Mai 2011

 

Laudenbach 25.05.11. Der Bezirksvorsitzende Hermann Glocker begrüßte die Delegierten des KAB Bezirksverbandes Bergstraße zu ihrem jährlichen Bezirkstag (Generalversammlung) in Laudenbach vergangene Woche. Rund 35 Delegierte aus den Ortsgruppen des Bezirksverbandes waren der Einladung gefolgt. Besonders wurde der Laudenbacher CDU Fraktionsvorsitzende Dr. Bernhard Wahl, der auch KAB Mitglied ist, begrüßt.

Im Rechenschaftsbericht des Vorstandes betonte die Bezirksvorsitzende Gertrud Knapp aus Laudenbach, das das zurückliegende Arbeitsjahr ein arbeitsreiches gewesen sei. Neben den Vorbereitungen für unsere alljährliche Wallfahrt, dem Einkehrtag im Heinrich Pech Haus in Ludwigshafen, dem Besinnungsmorgen im Dezember in Laudenbach, und den Kurpfälzer Sozialtagen, hat sich der Vorstand sehr oft und intensiv mit Mitgliedergewinnung beschäftigt.

?Viele aktive Ehrenamtliche machen die KAB lebendig und attraktiv für unsere Mitglieder. Wir sind engagiert, lebendig und schaffen Verbundenheit zwischen unseren Mitgliedern. Aber wie lange werden wir uns noch einsetzen können. Viele unsere Mitglieder an der Bergstraße haben ein Alter erreicht, wo sie sich gerne zurücklehnen möchten, ihr Amt in jüngere Hände übergeben möchten?, meinte Knapp.

Doch wie steht es mit dem Ehrenamt? Wer will noch kontinuierlich mithelfen, Aufgaben langfristig übernehmen? Viele unserer jungen Mitbürger sind dazu weder im Stande noch in der Lage. Viele Angebote und Interessen, berufliche Karriere und Familie binden die von uns gewünschten und erhofften Nachfolger in ein enges Netz von Verpflichtungen anderer Art?, so die Bezirksvorsitzende in Ihren Ausführungen.

Kirchen ? oder Verbandsmitgliedschaft seien kein Imagegewinn merkte sie kritisch an. Gleichzeitig habe sich mit dem ?neuen Ehrenamt? ein Ehrenamtsmarkt mit Freiwilligenbörsen und starker Konkurrenz um potentielle Mitarbeiter entwickelt.

Der legitimen Erwartung von Verbänden, dass sich auch ?neue Ehrenamtliche? zu ihren Werten bekennen und sich als ?Unterstützer? binden, muss ein starkes Angebot gegenüberstehen, das über die Mitarbeit in Sitzungen, Ausschüssen, Klausuren hinausgeht.

Freiwillige wollen ?aktiv und praktisch mit Menschen arbeiten?, ?etwas Konkretes bewegen und erleben?, sie wollen nicht in der Vergangenheit leben und Taten ihrer Vorgänger wie Medaillen präsentieren. Das Hauptmotiv für politisches Engagement ist die individuelle und subjektive Betroffenheit, das eigene Bedürfnis, sich für Veränderungen einzusetzen. Verbände wie die KAB müssten in Zukunft diesem Rechnung tragen, um überleben, weiterleben zu können.

Nach den Ausführungen der Bezirksvorsitzenden schloss sich eine engagierte Diskussion an, mit dem Ziel die Mitgliederentwicklung und die mögliche Einbindung neuer Mitstreiter auch künftig im Auge zu haben.

Ein weiterer Schwerpunkt des Bezirkstages war ein Vortrag des Referenten für Arbeitnehmerpastoral / KAB der Region Rhein Neckar, Uwe Terhorst zum Thema: Arm trotz Arbeit ? 120 Jahre Katholische Soziallehre und ihre heutige Bedeutung.

In den zurückliegenden 3 Jahren war die Krise und die Auswirkungen für Banken, Wirtschaft, Staat und letztlich für den Bürger die meistgestellte Frage. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe bekanntermaßen einige Turbulenzen in die Wirtschaft- und Produktionsbetriebe gebracht. Es wurde kurz gearbeitet, manche Kolleginnen und Kollegen sind und waren von Arbeitslosigkeit bedroht, haben und hatten Angst um ihren Arbeitsplatz oder haben ihn gar verloren.

Derzeit scheint die Krise gemeistert, der Arbeitsmarkt boomt. Es boomen aber auch immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse: Zeit- und Leiharbeit, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse - oftmals auch als Zweitjob, Scheinselbstständige, 1 Euro Jobber etc. Der KAB gehe es auch, in anscheinend guten Zeiten darum, auf Verwerfungen am Arbeitsmarkt hinzuweisen.

In den zurückliegenden Jahren, seit Ende der achtziger Jahre, habe man sich bei der Endregelung wirtschaftlicher Prozesse überboten: Liberalisierung, Privatisierung, Deregulierung waren Stichworte. Bereits Ende der achtziger Jahre Begann es mit dem Ausweitung des Ladenschlusses, welches sich im den neunziger Jahren fortsetzte und zu einer steten Abschaffung von qualifizierten Vollzeitarbeitsplätzen in Teilzeitarbeitsplätze bzw. zu geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen führte.

Der Kündigungsschutz wurde gelockert, es gab tiefgreifende Veränderungen in den sozialen Sicherungssytemen. Dies war für Terhorst ein Auslöser ist für prekärere Beschäftigung.

Von seiner Hände Arbeit muss man auch leben können, und der Bürger dürfe nicht zum Bittsteller der Gesellschaft werden, betonte Terhorst. So sei es für die KAB obligatorisch, dass man für geleistete Arbeit auch einen existenzsichernden Lohn erhalten müsse. Bereits seit vielen Jahren engagiere sich Terhorst ehrenamtlich auch im Bundesvorstand der CDU Sozialschüsse Deutschlands. Es müsse Schluss sein mit neoliberalen Tendenzen und ausbeuterischen Löhnen, so Terhorst. Dies führe nicht nur zu einer Überlastung der sozialen Sicherungssysteme sondern auch zu einer ?Ausbeutung der Gesellschaft?.

Schon vor 120 Jahren habe die Sozialenzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII die Frage nach würdiger Arbeit, nach auskömmlichem Lohn und den daraus resultierenden Folgerungen gestellt. Damals wie heute dürften die Gesetze des Marktes nicht Vorrang haben ? der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen ? Sozialversicherungen müssen für jeden da sein und bezahlbar bleiben, meinte Uwe Terhorst. Er ergänzte unter großem Applaus, dass eine Gesundheitsprämie in der Krankenversicherung und eine geplante Einkommensunabhängige Prämie in der Pflegeversicherung nach Vorbild der FDP bei vielen Menschen, auch aus der KAB, auf Ablehnung stoßen.

Für langjährige Mitgliedschaft wurden folgende Mitglieder geehrt: Für 25 Jahre Mitgliedschaft Günter Gedak und Adolf Müller aus Leutershausen, Helmut Hainbucher aus Laudenbach; für 40 Jahre Mitgliedschaft Franz Theimer aus Schriesheim und für 50 Jahre Mitgliedschaft Helmut Knapp aus Weinheim-Sulzbach. Allen geehrten wurden von den Bezirksvorsitzenden Gertrud Knapp und Hermann Glocker ein Weinpräsent überreicht.

 

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