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Ein guter Start für Nana und Jenny

Verein: "Arbeit für alle" hilft dabei, die Chancen benachteiligter junger Menschen in der Arbeitswelt zu verbessern

 

Datum:
Erscheinungsort:

 

10. Januar 2012
Mannheimer Morgen, S. 18

 

Jeder hat ein Recht auf Arbeit - so auch Nana Fatty aus Gambia und Jenny Falkner aus Mannheim. Dafür sorgt in besonders komplizierten Fällen der Verein "Arbeit für alle". Dieser wurde vor über 25 Jahren auf Initiative einiger Pfarrer, der katholischen Jugend und der katholischen Arbeitnehmerbewegung gegründet. Sie setzen sich seither dafür ein, dass besonders benachteiligte junge Menschen einer Beschäftigung nachgehen können und sie sich dabei weiter qualifizieren.

Nana ist 26 Jahre alt und kam 2004 als Au-pair nach Deutschland. Ein Jahr arbeitete sie in einer Familie in Neu-Ulm und war dort sehr unglücklich. "Eigentlich wollte ich zurück nach Afrika, aber das sollte wohl nicht sein", berichtet sie in leicht gebrochenem Deutsch, aber gut verständlich. Sie stellte einen Asylantrag, lernte einen 30 Jahre älteren Mann kennen und bekam einen Sohn.

Geblieben ist ein Scherbenhaufen. Die Beziehung ging in die Brüche, der Mann verschwand, aber dafür hinterließ er ihr einen Berg Schulden. Sie hat keinen Schulabschluss, keine Ausbildung und ihren vierjährigen Karsu, der versorgt werden will. "Alles war sehr schwierig und trostlos", erinnert sie sich nicht gerne zurück. Nach einem Deutschkurs, mehreren Besuchen beim Jobcenter und der Vermittlung ins Programm Jump plus bekam sie im Schülercafé des Haus der Jugend eine feste Stelle angeboten. Sie nahm an und blieb. Hier arbeitet sie nun täglich, finanziert damit eine eigene Wohnung und vor allem hat sie ihr Selbstvertrauen zurück. "Ich bin sehr dankbar, dass es mir hier gutgeht und ich diese Chance bekommen habe, auch wenn ich nicht weiß, was die Zukunft genau bringt," beschreibt sie ihre Situation. Vielleicht wird sie doch noch einmal die Schule besuchen oder eine Ausbildung machen - mit Hilfe von "Arbeit für alle" ist vieles möglich.

Da ist Jenny Falkner, 25 Jahre, schon weiter. Sie hat es dank der Begleitung des Förderbandes geschafft, beim Verein "Arbeit für alle" ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin mit Bravour abzuschließen. "Nach dem Hauptschulabschluss hatte ich auf nichts Lust. Ich habe zwei Lehren abgebrochen und einfach in den Tag gelebt", erzählt sie. "Erst als ich ein paar Monate im Haus der Jugend gearbeitet habe, wurde mir klar, was ich wirklich will", strahlt sie und ist glücklich, den Abschluss in der Tasche zu haben.

"Sie ist kaum wiederzuerkennen, meint Vereinsvorstand Klaus Sommer, "als ich sie zum ersten Mal sah, war sie schüchtern, hat mich kaum angesehen und fast nichts gesagt." Heute lächelt sie, wenn sie daran denkt, dass sie während der Ausbildung auch Mal geschwächelt hat. "Es hat sich immer jemand gekümmert, und ich habe durchgehalten."

Nana und Jenny sind Beispiele für erfolgreiche Förderung in die Arbeitswelt. "Wir setzen uns gegen Ausgrenzung ein und helfen, einen guten Start in die Erwachsenenwelt zu ermöglichen", beschreibt Sommer das Selbstverständnis des Vereins. Nur mit intensiver Begleitung und Betreuung könne es gelingen, die Chancen benachteiligter junger Menschen zu verbessern. cri

Mannheimer Morgen

10. Januar 2012

 

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