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KAB und Ortgruppe Ruhrkohle-Mannheim auf Studientag in Metz

 

Datum:

 

21. Oktober 2013

 

Am 17.10.2013 fuhren 25 Mitglieder der IGBCE (Ortsgruppe Ruhrkohle Mannheim) und der KAB nach Metz. In Frankreich angekommen trafen wir die Kollegen der CGT ? Force ouvrière, die dankenswerterweise den Besuch ermöglicht hatten und mit uns den ganzen Tag gestalteten.In Metz parkten wir direkt vor der jüdischen Synagoge und gingen zu Fuß zur christlichen Kathedrale. (Wie kurz doch die Wege sein könnten.) Die Kathedrale von Metz ist der prachtvollste Bau, den das Mittelalter in Lothringen hinterlassen hat. Der massive Umriss des Stefansdoms (Saint-Étienne) zeichnet sich seit fünf Jahrhunderten am Metzer Horizont ab. Die Kathedrale spricht den modernen Menschen durch ihre vom Himmel gefallene Monumentalität an. Die Glasfenster des Gotteshauses sind beeindruckende Lichtwände, 1527 von Valentin Bousch begonnen und 1963 von Marc Chagall vollendet. Mystik - Herausforderung und Inspiration, ein zu Glas und Farbe gewordener Anspruch, nicht nur an Christen, sondern an jeden Besucher dieser einzigartigen Kathedrale.

Es ging weiter, sozusagen vom Quartier Impérial, der Metzer Innenstadt zu einem architektonisch sehr interessantes Projekt modernen Städtebaus, dem Centre Pompidou, in dem wir die Ausstellung von Hans Richter ( 1888-1976 ) besuchten. Hans Richter, Pionier des experimentellen Films, aber auch Maler, Zeichner und Schriftsteller, er bewegte sich seit den 1910er-Jahren am Schnittpunkt der Avangard. Hans Richter schließt sich der Dada-Bewegung an, die 1918 schon im Dada-Manifest ausführt, die Welt ist in die Hände von Gaunern gefallen. Diese Feststellung kann man bestätigen, siehe Altersarmut und Harz V, sowie entfesselte Spekulationen mancher Banken mit Grundnahrungsmittel. Hans Richter war Mitglied der Dada-Bewegung und Dada verweigert sich der Logik und der Dialektik, seine visionären Bilder sind Ausdruck heiter-Subversiven Denkens. Hans Richter, erinnerte mich in bemerkenswerter Weise an den Mannheimer Künstler, Maler und Filmemacher Franz Schömbs ( 1909-1976 )

Weiter ging es zur Maginot-Linie.

Wenn die deutschen Truppen 1914 genauso lange gebraucht hätten die Maginot-Line zu finden wir unser Busfahrer, hätte es den 1.Weltkrieg nicht gegeben. Als wir endlich angekommen waren, sahen wir einen Betonbunker, mit Kanonenkuppel. Vor der eisernen Eingangstür kochten Angehörige der ?französischen Truppe? in einer martialischen Feldküche (bei der deutschen Truppe heißt das Gulaschkanone) ein veritables, deftiges Mittagessen. Alle die es wollten, konnten aus dem Blechnapf essen, besser bekannt unter dem Namen Henkelmann. Die Feldküche war vor dem Bunker aufgebaut, jeder konnte sich einen ?Schlag? abholen und dann, wie Uropa und Uroma im Inneren des Bunkers in ?Stellung? gehen.

Anschießend spazierten wir gemütlich durch die Schützengräben, in einer friedlichen Landschaft. Die Schützengräben sind außer Gebrauch, die Kriegskunst ist aus der Mode. Diese Landschaft, die Landschaft von 9 Millionen Toten.

Wer von uns wacht hier und warnt uns wenn die neuen Krieger kommen, haben sie wirklich ein anderes Gesicht als wir?

Gibt es uns wirklich, die wir beim Anblick dieser Trümmer aufrichtig glauben, der Kriegswahn sei für immer darunter begraben, uns die wir so tun als schöpften wir neue Hoffnung, als glaubten wir wirklich dass all das nur einer Zeit und nur einem Land angehört, uns die wir vorbeisehen an den Dingen neben uns und nicht hören, dass der Schrei nicht verstummt.

Reinhard Siegel

 

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