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Arbeit. Macht. Sinn.

KAB-Diözesanverbandstag mit dem Thema Arbeit 4.0 und Neuwahlen

 

Datum:

 

11. Juli 2018

 

Offenburg/Freiburg, 09. Juli 2018. Am vergangenen Wochenende hat sich der Diözesanverbandstag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung in Offenburg neben den Neuwahlen zum Diözesanverbandsvorstand, auch mit der Thematik Arbeit 4.0 unter dem Motto 'Arbeit. Macht. Sinn.' befasst.

Erzbischof Stephan Burger hob in seiner Predigt die Bedeutung dieser drei Worte hervor und fragte, ob mit diesen drei Worten nicht bereits alles gesagt sei 'Arbeit ? Macht ? Sinn.' Neben der Verantwortung für die Schöpfung, die Arbeit durchaus bedeute, gebe es aber auch die dunkle Seite der Arbeit, dort wo Ausbeutung, Gier und Missbrauch von Macht vorherrsche. Nicht zu Unrecht formulierte der Papst, so Burger: 'Diese Wirtschaft tötet!' Oft sieht man erst den Sinn seines Schaffens nach getaner Arbeit, so könne bei der Bearbeitung eines Steines nur Abfall, aber auch eine Kathedrale entstehen. Arbeit und Macht müssen dem Gemeinwohl dienen. Keine Macht, so der Erzbischof, darf beliebig sein. Gott gibt den Menschen nicht auf, und alles Handeln müsse dem Gemeinwohl dienen. Wir können zwar die Globalisierung beklagen, die Herausforderung aber ist, sie so zu gestalten, dass sie dem Wohle aller dient, auch den Armen und Benachteiligten. Zum Schluss des Gottesdienstes dankte Erzbischof Stephan Burger den Frauen und Männern der KAB für ihren sozialen Einsatz in Kirche und Gesellschaft.

Am Nachmittag entlasteten die 105 Delegierten den Diözesanverbandsvorstand nach dessen Rechenschaftsbericht und wählten einen neuen Vorstand. Maria Baur aus Forst (66) trat nicht mehr als Vorsitzende an; für sie wurde Birgit Frauhammer (56) aus Freiburg gewählt. Bestätigt als Vorsitzender wurde Peter Klement aus Freudenberg (59). Zum neuen Diözesanpräses wurde Pfarrer Friedbert Böser (60) aus Schwetzingen gewählt. Er war bereits von 2010-2013 in dieser Funktion. Der bisherige Geistliche Leiter Dr. Patrik Schneider (58), Dipl. Theologe aus Achern, kandidierte ebenfalls nicht mehr.

Zum erweiterten Vorstand der KAB gehören noch Vertreter der unterschiedlichen Sachbereiche. Hier wurden die Sprecher der Ausschüsse für Interessenvertretung (Reinhard Siegel (70) aus Mannheim), Internationales (Markus Keßner (56) aus Offenburg) und Frauen (Gerlinde Uhl (66) aus Offenburg, sowie zum Sprecher des Ausschusses 'Leben im Alter' Bruno Dörr (71) aus Mannheim gewählt. Das Amt des Kassiers bekleidet zukünftig Spiros Lytras (46) aus Mannheim. Zur Schriftführerin gewählt wurde Hildegard Maringer (55) aus Mannheim. Neben den Neuwahlen, war der wichtigste Beschluss des Diözesanverbandstages, den Mitgliedsbeitrag um monatlich einen Euro zu erhöhen. So beläuft sich der Mitgliedsbeitrag ab dem Jahre 2019 auf 48 Euro für Einzelmitglieder und 60 Euro für Familienmitglieder pro Jahr.

Als Abschluss des Diözesanverbandstages referierte der ehemalige Betriebsseelsorger Pfarrer Paul Schobel über die Herausforderungen der Zukunft. Nach seinen Ausführungen sei es schon verwunderlich, dass gerade Unternehmer und Parteien wie die FDP sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen einsetzten. Er befürchtet, dass so jede soziale Verantwortung von Unternehmen auf den Staat abgewälzt werden und ein hemmungsloser Kapitalismus der Gier und Ausbeutung sich breit machen könnte. Schon Papst Leo XIII. warnte im 19. Jahrhundert vor der Diktatur der Konzerne. Laut Schobel besteht die Gefahr, dass nach der Enteignung der Zeit ein Großangriff auf den Sonntagsschutz zu befürchten sei.

Es muss eine neue Formel für den Fortschritt her: Fortschritt gibt es erst dann, wenn es ein sozialer Fortschritt ist, der bei allen Menschen ankomme. Wir werden die Digitalisierung nicht verhindern können, sie macht aber nur dann Sinn, wenn sie den Menschen nicht versklave durch totale Überwachung und Manipulation. Scharf ging Schobel auch mit der Kirche ins Gericht: Es sei ein Verrat an der Botschaft unseres Glaubens, wenn Kirche Tarifverträge nur abschreibe und keine Gewerkschaften in ihren Reihen zulasse.

Für die KAB ist es die wichtigste Aufgabe der Zukunft, so der Betriebsseelsorger aus Böblingen, bei der Kapitalismuskritik zu bleiben, denn die KAB habe den Papst auf ihrer Seite: Wir müssen lernen, anders zu wirtschaften, anders zu arbeiten und natürlich auch anders zu leben: schlichter, einfacher, dadurch aber reicher und bewusster und sinnerfüllter zu leben. UB.

 

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