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Die Macht der Macher begrenzen

Sozialtage mit erstem Abendvortrag in Mannheim

 

Datum:

 

13. November 2018

 

Mannheim, 13.11.18. Zum ersten Themenabend der diesjährigen Kurpfälzer Sozialtage hatte Pfarrer Thomas Löffler beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der evangelischen Landeskirche in das Haus der Kirche eingeladen. Johannes Rehm, Leiter des KDA in Bayern und Honorarprofessor an der Universität Erlangen-Nürnberg, referierte über 'Evangelischen Orientierungen in der Arbeitswelt 4.0.' In seinem Vortrag ging er zunächst auf die gegenwärtige Umbrüche in Gesellschaft und Arbeitswelt ein und skizzierte dabei auch ausführlich die Entwicklung der digitalen Technologien, die zu einer umfassenden Veränderung der bisherigen Arbeitsprozesse geführt haben und noch führen werden.

Dieses sei für viele Menschen auch mit Angst und Unsicherheitsgefühlen verbunden, was den aus ihrem gewohnten Arbeitsplatz werden würde. Er zitierte in diesem Zusammenhang den Begriff von der 'Gesellschaft der Angst'. Auch wenn Rehm es erst gegen Ende seines Vortrags aussprach, wurde doch von Anfang an deutlich, dass er von den Kirchen als vordringlichste Aufgabe die geistliche Begleitung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in diesen Veränderungsprozessen einforderte. Dieses begründete er mit dem evangelischen Berufsethos, das die Freiheit und die Lebensdienlichkeit in und bei der Arbeit als wichtigste Kriterien formuliert. Der Mensch dürfe niemals 'zum Sklaven digitaler Prozesse' gemacht werden, forderte Rehm. Als Geschöpf Gottes, das seinen Lebenssinn nicht zuletzt im Tätig sein erfährt, komme dem Menschen und seiner Arbeit eine besondere Würde zu.

Die Macht der Macher zu begrenzen, das war in Anlehnung an das Motto der 9. Kurpfälzer Sozialtage der Grundtenor des Referats von Johannes Rehm. Weil der christliche Glaube von Gott und seinem Rechtfertigungshandeln weiß, wird er den Machtansprüchen großer Digitalkonzerne genauso widersprechen wie der Verzweckung des Menschen durch digitale Steuerungsprozesse. Im Gespräch mit der katholischen Soziallehre, aber auch mit anderen Religionen gilt es von daher den Akteuren in Wirtschaft und Arbeitswelt plausibel zu machen, dass Arbeit niemals ohne ethische Verantwortung zu haben ist. Das beutet im Klartext: Jede Arbeit muss auskömmlich, sinnerfüllend und zeitlich begrenzt sein, wenn sie denn 'menschliche Arbeit' genannt werden soll. ? In der nachfolgenden Aussprache wurden die Forderung nach der Begrenzung der Macht im Wirtschaftsleben genauso thematisiert wie die begrenzten Möglichkeiten der beiden großen Kirchen, hier überhaupt Gehör zu finden. Der Referent machte gleichwohl deutlich, dass es für die beiden Kirchen und ihre Fachdienste in der Arbeitswelt auch im digitalen Zeitalter keine andere Option geben könne, als immer wieder an die Unverfügbarkeit über die Würde des Menschen zu erinnern. Diese müsse auch und gerade im Arbeitsleben respektiert und verteidigt werden.

Thomas Löffler

 

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