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Soziale Verantwortung statt Ausverkauf

Solidaritätserklärung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der katholischen Arbeitnehmerseelsorge Rhein-Neckar für Galeria Karstadt Kaufhof GmbH angesichts geplanter Standortschließungen

 

Datum:

 

03. Juli 2020

 

Seit Tagen ist es nun bekannt: Zahlreiche Standorte von Galeria Karstadt Kaufhof sollen schließen. Vorgesehen ist ein Sanierungsprogramm, das ausverkauft bedeutet, statt ?saniert?. Allein im Rhein-Neckar-Raum sind hunderte Beschäftigte betroffen. Viele, darunter zahlreiche Frauen, haben sich mehr als über 20 Jahre in den Dienst des Unternehmens und über viele Jahre mit zu Erfolg und Gewinn beigetragen. Nun leben sie seit Wochen in Angst und Ungewissheit, bangen um ihren Arbeitsplatz und fürchten in der ohnehin schon belastenden Corona-Zeit in Arbeitslosigkeit und Hartz IV abzurutschen.

Ihnen gilt in diesen schwierigen Zeiten unsere Solidarität und Unterstützung im Kampf um die gefährdeten Arbeitsplätze.

Wir wissen um die harten Kämpfe um bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Einzelhandel. Mit Sorge verfolgen wir die aggressive Wettbewerbsverdrängung des stationären Einzelhandels durch Konkurrenz mit dem Online-Handel und die Abwärtsspirale, die mit Blick auf die Arbeitsbedingungen mit all dem einhergeht. Trotz allem nehmen wir wahr: Viele Beschäftigten identifizieren sich mit ihrer Arbeit im Unternehmen. Für viele von ihnen wie auch für viele Kundinnen und Kunden sind die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof nicht wegzudenken, sie prägen seit Jahrzehnten das Bild unserer Innenstädte und stärken in als Traditionshäuser den stationären Handel vor Ort. Die Krise des Unternehmens und der nun drohende Kahlschlag trifft sie existenziell wie auch emotional hart.

Der Lock-down hat die Gesamtsituation des Unternehmens verschärft. Die Corona Krise aber entpflichtet nicht von der sozialen Verantwortung, die derzeit so nötig ist. Im Gegenteil. Sie verpflichtet vielmehr in besonderem Maße, die Sorge für die Belegschaft zu tragen. Umso nachdrücklicher drängen wir auf einen fairen und sozialverantwortlichen Umgang mit der Belegschaft.

Der Respekt gebietet es, geleistete Arbeit wertzuschätzen, und die Kolleginnen und Kollegen nicht billig abzuspeisen. Wir appellieren an die Akteure in Wirtschaft und Politik, ihre soziale Verantwortung ernst zu nehmen und Sorge dafür zu tragen, dass möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte erhalten werden oder - wenn dies nicht gelingt - zumindest sozialverträgliche existenzsichernde Lösungen für die Beschäftigten zu finden.

Die Menschen haben Wertschätzung und Respekt vor geleisteter Arbeit verdient. Diese drückt sich in der Höhe der Abfindung und einem fairen und sozialverträglichen Sozialplan aus wie auch in der Schaffung neuer beruflicher Perspektive durch Qualifikation.

Wir solidarisieren uns mit den Beschäftigten von Galeria Karstadt Kaufhof und sagen: Hände weg vom Standort Mannheim

Mannheim, 03. Juli 2020

Ulf Bergemann, KAB-Diözesansekretär

Uwe Terhorst, Referent für Arbeitnehmerseelsorge

 

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